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Gösser Extra

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Die Marke aus der Grünen Mark.

Wenn ich durch meine heimatlichen Gegenden wandere, bin ich ganz ich. Da fühle ich eine ungelöste Einheit zwischen mir und den Bergen, Matten, Wäldern und Bächen, die um mich sind, eine Einheit, die mein Lebtag so war und sein muss, die meine volle Ganzheit ausmacht, in der ich mich ausfülle, kurz, in der ich bin.
Peter Rosegger, Heimgärtners Tagebuch, 1912

Die Steiermark, das Grüne Herz Österreichs, ist ein landschaftlich äußerst abwechslungsreiches Bundesland. Sie führt von schneebedeckten Bergen im Westen und Norden über wald- und thermenreiches Hügelgebiet im Osten bis zum südsteirischen Weinland.
Unberührte Wälder wechseln mit Kulturlandschaften, historisch wertvolle Bauten mit Naturdenkmälern.
Dieses mit Natur reich bedachte Land ist nicht nur die Heimat großer österreichischer Dichter, hier befindet sich auch die Braustätte des besten österreichischen Bieres.

 

Gösser - Inbegriff für steirische Braukunst und echten Biergenuss - ist Österreichs weitaus bekannteste und sympathischste Biermarke.
Die Wurzeln dieser beinahe mythischen Markenkraft finden sich in der jahrhundertealten Geschichte und Brautradition des Stiftes Göss.
Der Standort der Brauerei, das ehemalige Stiftsgelände, ist uralter Kulturboden. Die ältesten Ausgrabungsfunde stammen aus der Zeit um      2000 v. Chr.
Der erste schriftliche Beleg der Ortsgeschichte stammt aus dem Jahre 904 n. Chr., das Diplom König Ludwig des Kindes, eine Schenkungsurkunde für Ackerland beidseits der Mur an den Grafen Aribo. Dies ist auch die älteste Urkunde des Steiermärkischen Landesarchivs.

 

 Stift Göss, handaqarellierte Lithographie nach Georg Matthäus Vischer, um 1681

 

 

 

Göss bei Leoben.

Um das Jahr 1010 wurde von Aribo II. und seiner Gattin Adala das Nonnenstift Göss gegründet. Es wirkte auf die ganze Gegend großen kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss aus. Die adeligen Nonnen waren des Schreibens kundig, verfügten über eine reichhaltige Bibliothek und große kunsthandwerkliche Fertigkeiten; das berühmteste Beispiel ist der romanische "Gösser Ornat" aus dem 13. Jh., heute ein Prunkstück des Museums für Angewandte Kunst in Wien. Die Geschichte der Gösser Brauerei ist mit der des Nonnenstiftes eng verbunden. In der näheren Umgebung ist seit dem 12. Jh. Hopfenanbau belegt.
Urkundlich erwähnt ist 1459 ein "Pirprewer Lenhartt Newmaister". Den Nonnen standen großzügige Rationen des "flüssigen Brotes" zu.

 

Gründungssage von Stift Göss

Graf Aribo von Leoben und seine Gemahlin Adala besaßen einen Sohn und eine Tochter. Ersterer wurde Erzbischof von Mainz, letztere mit Namen Kunigunde wurde Nonne in dem Frauenstift zu Göss, über dessen Gründung die Sage folgendes erzählt: Die junge Gräfin war eine große Wohltäterin der Armen und Bedrängten und wurde deshalb auch von ihnen wie ein Engel verehrt.

Einmal schritt Kunigunde rasch am Ufer der Mur entlang bis zum Fuße eines Hügels, den damals ein Kirchlein des hl. Lambert krönte. Hier wohnte in einer Hütte ein armes Mütterchen, dem die mildtätige Grafentochter stärkende Speisen und Getränke überbrachte.

Bevor sie noch die arme Behausung erreicht hatte, entriss ihr der Wind den Schleier und trug ihn in die Mur. Kunigunde jedoch kehrte sich nicht daran, sondern eilte auf die Hütte der hilfsbedürftigen Alten zu. Als sie diese wieder verließ, kam ihr Hündlein freudig bellend dahergerannt; das kluge Hündchen war nämlich stromabwärts gelaufen, um den Schleier der guten Herrin zu suchen.
 

Kunigunde folgte ihrem Hündlein und sah deutlich, dass der Schleier auf einer Sandbank mitten im Flusse geblieben war, gleichzeitig aber auch, dass das Wasser des Flusses zurückzuweichen begann und die Wogen sich auf der anderen Seite ein neues Bett gruben.
Sie schritten zur Sandbank hin, wo der Schleier, an dessen Rändern kleine Sternlein klar und rein wie das Himmelslicht funkelten, lag, und nahm ihn an sich. Dann kehrte sie sie in die väterliche Burg zurück und erzählte die wunderbare Begebenheit ihren Eltern und ihrem frommen Bruder.

Graf Aribo beschloss nun, an derselben Stelle ein Frauenstift zu gründen. Bald kamen Bauleute dahin, und rasch erhoben sich die Mauern am freundlichen Ufer. Als man auf jenem Platze, wo früher die Mur strömte, zu den Grundfesten der neuen Kirche tiefer in den Boden grub, fand man einen Kessel mit einer eisernen Ringspange. Graf Aribo von Leoben erlebte die Vollendung seiner Stiftung nicht; er wurde auf der Jagd von einem Eber getötet. Sein Sohn, salzburgischer Archidiakon in Steier und nachmaliger Erzbischof von Mainz, vollendete das fromme Werk und setzte bei der Einweihung des Stiftes seine fromme Schwester Kunigunde als Äbtissin ein.

Auf solche Weise entstand das um das Jahr 1010 gegründete Frauenstift zu Göss, welches zum Andenken an den merkwürdigen Fund einen eisernen Kesselring auf goldenem Grunde im Wappen führte.

Quelle: Sagen aus der grünen Mark, Hans von der Sann, Graz 1911

Der Gösser Ornat.

Ein Meisterwerk aus Göss

Das älteste, vollständig erhaltene Ensemble christlicher Meßgewänder stammt aus Göss. Der Gösser Ornat wurde um 1260 von der damaligen Äbtissin des Stiftes Göss, Kunigunde, gestiftet. Sie selbst hat ihn auch, gemeinsam mit anderen Nonnen des Stiftes, angefertigt. Ein Ornat ist ein Ensemble aus im Stil zusammenpassenden liturgischen Gewändern für den Priester, den Diakon und den Subdiakon, sowie einer festlichen Bedeckung für den Altar. Der Gösser Ornat besteht aus besticktem Leinen. Er ist in einem einmalig guten Zustand, weil er in späteren Zeiten nur selten verwendet wurde - nämlich ausschließlich zum Feiern der Messe am Todestag der Stiftsgründerin Adala.

 

Der Gösser Ornat.

Das Fest des Gottesdienstes

Für den Priester gibt es im Gösser Ornat zwei Kleidungsstücke. Das eine, die Kasel, ist ein halbkreisförmiger, vorne geschlossener Mantel, der bis zu den Füßen reicht. Dieses priesterliche Obergewand wurde symbolisch als Sinnbild der Liebe gedeutet und als Gewand Christi verstanden. Auf der Vorderseite ist Christus am Kreuz gestickt, darunter acht Apostel, die unter Arkaden stehen. Auf der Rückseite sieht man den thronenden Christus, darunter, ebenfalls unter Arkaden, neun Engel.

Es gibt noch einen zweiten, bis zum Boden reichenden und halbkreisförmigen Mantel für den Priester, Pluviale genannt, der vorne offen ist, was darstellen soll, daß der Himmel denen, die Christus folgen, offen steht. Seine symbolische Bedeutung ist der heilige Wandel. Die Pluviale wurde bei besonders hohen Anlässen benutzt.

Säkularisierung.

Die Wirren der Reformationszeit hatte das Kloster überstanden, dem Dekret Kaiser Josefs II. aber mußten sich die Nonnen des ältesten Stiftes der Steiermark beugen: Neben vielen anderen Klöstern hob er 1782 Stift Göss auf, was von der letzten Äbtissin in der Gösser Stiftschronik trocken kommentiert wurde: "1782 sünd wier aufgehoben worden. Amen." Kurz darauf wurde das Bistum Leoben errichtet, 1786 wurde das ehemalige Stift zum Bischofssitz. Im Jahre 1797 weilte hier Napoleon als Gast des Bischofs, um den Vorfrieden von Leoben auszuhandeln. Das Bistum Leoben wurde 1859 mit der Seckauer Diözese vereinigt.
den Vorfrieden von Leoben auszuhandeln. Das Bistum Leoben wurde 1859 mit der Seckauer Diözese vereinigt.

 

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