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Montepulciano

 
 

 

Montepulciano

Auch diese Stadt ist etruskischen Ursprungs und wurde später zum römischen Winterlager. Als Hauptzentrum der Talsenke verfügt es über eine Festung aus dem 8, Jhdrt. und mittelalterliche Paläste, die an seine Geschichte als Stadt erinnern, die im 13. Jhdrt. ihren Ursprung hat.
Montepulciano wird wegen seiner zahlreichen Kunstwerke berühmter Künstler der Renaissance gern als Perle des 16. Jhdrts. bezeichnet. Sein Hauptplatz 'Piazza Grande' wird von wunderbaren Gebäuden umgeben, darunter der 'Palazzo Pubblico', die Kathedrale, die1594 nach dem Entwurf von Ippolito Scalza begonnen wurde, deren Fassade aber unvollendet blieb und die gegenüberliegenden Paläste, die von Vignola, Sangallo und Peruzzi errichtet wurden.
Zahlreiche und vor allem reich ausgestattete Kirchen im und um das historische Zentrum legen Zeugnis der künstlerischen Vergangenheit ab. Am eindrucksvollsten ist der Tempel von San Biagio, der 1518 von Antonio da Sangallo dem Älteren unterhalb Montepulcianos Richtung Pienza begonnen wurde.

 

Als Aufführungsort zahlreicher folkloristischer Darbietungen bildet Montepulciano ein Zentrum von großer touristischer und kultureller Anziehungskraft. In der Zeit von Juli bis August wird die Piazza Grande zur Bühne für Konzerte und Theater des Cantiere Internazionale d'Arte. An Ferragosto (15. August) führen die Polizianer (Bewohner Montepulcianos) traditionellerweise den Bruscello auf, während das blühende und einträglichste Geschäft der Gemeinde Ende August mit dem Bravio delle Botti gefeiert wird, einem Wettkampf, bei dem die Mannschaften der Stadtteile leere Weinfässer bis zur Piazza Grande rollen.
In der Tat ist der Wein das bekannteste Produkt der Stadt: fast alle Weinkeller, die verwinkelt unter der Stadt liegen, sind von historischem Interesse und laden den Besucher zu einem Aufenthalt zwischen den Museumsbesuchen ein.
 

 

Montepulciano

Die rote Rebsorte (auch Cordisco, Morellone, Primaticcio, Uva Abruzzi und Violone) ist in ganz Mittelitalien, aber vor allem in der Region Abruzzen verbreitet. Mit über 30.000 Hektar Rebfläche liegt sie Italien unter den roten Sorten an vierter Stelle. Die Sorte liefert säurearme, aber tanninreichen und deshalb haltbaren Rotwein oder Cerasuolo (hell- bzw. kirschroter Rosé). Zum Beispiel ist die Sorte in den DOC-Weinen Montepulciano d´Abruzzo (Abruzzen), Rosso Conero und Rosso Piceno (beide Marken) enthalten.

Montepulciano d´Abruzzo

DOC für trockene Rot- und Rosé-Weine in der italienischen Region Abruzzen (der Bereich hat nichts mit der gleichnamigen Stadt oder dem Vino Nobile di Montepulciano in der Toskana zu tun). Die Zone erstreckt sich über alle vier Provinzen (L´Aquila, Chieti mit der größten Menge, Pescara und Teramo) mit 174 Gemeinden. Rosso und Cerasuolo (Rosato) werden aus Montepulciano (85-100%), sowie anderen zugelassener roten Sorten (bis 15%) gekeltert. Der Rosso darf sich mit zwei Jahren Lagerung Riserva nennen. Weine aus der Subzone Colline Teramane (mit 31 Gemeinden in der Provinz Teramo) dürfen diese Bezeichnung zusätzlich am Etikett führen. Sie werden aus Montepulciano (90-100%) und Sangiovese (bis 10%) produziert. Mit drei Jahren Alterung dürfen sie sich Riserva nennen.


 

 Vino Nobile di Montepulciano (3 bot. € 16.30 each bottle)

Vino Nobile`de Montepulciano

Vino Nobile di Montepulciano

DOCG für trockenen Rotwein in der italienischen Region Toskana. Die Zone mit 1.200 Hektar Rebfläche umfasst in der Gemeinde Montepulciano (Provinz Siena) die Hänge von 250 bis 600 Meter Seehöhe. Die Stadt Montepulciano liegt 120 Kilometer südöstlich von Florenz im oberen Chiana-Tal, zählt zu den schönsten der Toskana und wird als ”Perle der Renaissance” bezeichnet. Einmal jährlich im August findet in der Stadt das Weinfässer-Rennen ”Bravio delle Botti” statt, bei dem Vertreter der acht ”feindlichen” Stadtteile fünf Doppelzentner schwere Weinfässer durch die steilen, engen Gassen rollen. Montepulciano war die Heimat zweier Päpste und einer von ihnen - Paul III. (1468–1549) - zog den Wein seiner Heimatstadt allen anderen vor. Dessen Kellermeister lobte ihn im Jahre 1549 als „vollkommenen...

 

 

   

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Stadtrundgang durch Montepulciano

San Agnese

 

 

 

 

Kommt man aus dem Chiana-Tal oben in Montepulciano an, sieht man noch unterhalb der Stadtmauern zunächst zur Linken die Kirche Sant'Agnese. Die Heilige Agnes, gestorben 1317, ist die Schutzpatronin Montepulcianos. Innerhalb der erst 1926 erstellten Fassade befindet sich ein gotisches Portal. Das einschiffige Innere ist im 19. Jahrhundert restauriert worden und hat dabei eine Reihe von Veränderungen erlitten. Allerdings haben auch verschiedene ältere Werke überlebt, darunter das Grabmal der Heiligen Agnes.

 


Porta al Prato

Die Straße führt am Park Poggiofanti vorbei zum Stadttor "Porta al Prato", wo die Hauptstraße beginnt. Man erreicht einen kleinen Platz mit einer Säule, auf der der "Marzocco"-Löwe steht, Symbol der Herrschaft von Florenz, die 1511 die an die Stelle der Wölfin von Siena trat. Der Löwe ist ein Werk des Bildhauers Sarocchi aus dem Jahre 1856. Gegenüber der Säule steht der Avignonesi-Palast, der im 17. Jahrhundert entstanden ist und Vignola zugeschrieben wird. Die Architektur ist klar von der Spät-Renaissance geprägt. An einer anderen Seite des Platzes die barocke Kirche San Bernardo, Werk des Jesuitenpaters Andreas Pozzo. Gegenüber dem Avignonesi-Palast liegt der Tarugi-Palast, auch er ein Werk der Spät-Renaissance. Auf beiden Seiten des Corso findet man weitere Paläste mit reichhaltigen Renaiccance-Formen: den Palast Cocconi-Del Pecora, der von Antonia Sangallo dem Älteren erbaut wurde, und den Palast Bucelli, an dessen Vorderfront etruskische Urnen und Steine mit etruskischen Inschriften eingelassen sind.

 

 

San AgostinoSo erreicht man dann die Kirche des Heiligen Augustinus, eines der schönsten und interessantesten Gebäude Montepulcianos. Die Vorderfront wurde 1427 von Michelozzo Michelozzi (1396-1472) geschaffen. Der Künstler, Mitstreiter Brunelleschis in der Architektur und Donatellos in der Bildhauerei, hielt sich an die schlichten und eleganten Formen der Renaissance. Das eingeschrägte Portal wird oben mit einer Lünette abgeschlossen, die in die zweite Ebene hineinreicht und durch zwei gotische Pfeiler begrenzt wird. Rechts und links je zwei Nischen mit Rundbögen. Der Rest der Fassade ist vermutlich von einem späteren Architekten vervollständigt worden. Das Innere der Kirche wurde im 19. Jahrhundert erneuert, wobei die Originalformen verschwanden und barocken Werken wichen. Das Holzkreuz auf dem Hochaltar wird Donatello zugeschrieben.
 

 

S Maria dei Servi

 

 

 

 

 

 

 

Gegenüber der Kirche der Turm mit der charakteristischen Pulcinella-Figur aus dem 17. Jahrhundert, die jede volle Stunde die Glocke schlägt.

Weiter aufwärts auf der linken Seite der Palast Tarugi-Capelli, dessen Atrium mit Fresken von F. Zuccari ausgeschmückt ist.

Die Straße teilt sich an der dreibögigen Marktlaube. Wir gehen links weiter und sehen die Paläste Cervini, erbaut von Antonio Sangallo dem Älteren, den Palast Cagnoni, zugeschrieben Vignola, und den Seminar-Palast (heute Justizbehörde) mit der Jesuskirche, die nach Entwürfen von Adreas Pozzo im 18. Jahrhundert erbaut wurden. Die Fassade blieb unvollendet, das Innere ist schön und elegant.

Wir erreichen die Via del Poliziano; links im Eckhaus Nummer 1 wurde am 14. Juni 1454 Angnolo Poliziano geboren.

Ein Stück weiter erreichen wir die Kirche Santa Maria dei Servi, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde und ein schönes Portal besitzt. Das barocke Innere wurde von Andreas Pozzo gestaltet.
 

 

Cattedrale

 

 

 

Gegenüber der Kirche geht die Straße hoch an der Festung vorbei und mündet an der Piazza Grande. Der Platz ist der ideale und majestätische Mittelpunkt der Stadt und vielleicht einer der schönsten kleinstädtischen Plätze überhaupt, umgeben von bedeutenden Gebäuden. Da ist zunächst der Dom mit seiner unvollendeten und dennoch suggestiv wirkenden Fassade. Links der Turm, auch er unvollendet, aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. An der Stelle des Doms stand ursprünglich eine Pfarrkirche, die aber klein und ärmlich wirkte, nachdem drumherum und in den Nebenstraßen prächtige Paläste entstanden waren. 1583 begann man mit dem Abriss der alten Sakristei, und nach vielen Diskussionen entschied man sich für einen Plan von Bartolomeo Ammannati, der 1588 fertig war. Aber man wartete einige Zeit mit dem Baubeginn, und darüber starb Ammannati. 1593 rief man aus Orvieto den Baumeister Ippolito Scalza. Er warf alle Pläne um und gestaltete sie neu. 1594 begannen endlich die Arbeiten. Erst 1680 war der Dom so weit fertig, dass er geweiht werden konnte. Die Fassade allerdings war immer noch nicht fertig und blieb unvollendet. In der Sakristei kann man an einem Modell sehen, wie sie aussehen sollte.

 

 

 

Triptychon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Innere besteht aus drei Schiffen, die durch auf Pfeiler gestützte Bögen abgeteilt werden. Die Strukturen sind einfach und geräumig, nichts Dekoratives steht im Weg. Seitwärts öffnen sich die Kapellen. Der Hauptaltar ist ein großartiges Werk von Taddeo di Bartolo aus dem Jahre 1401. Der Seneser Maler, der von 1362 bis 1422 lebte, ist von der Schule Giottos in Padua und anderen Maler Norditaliens wie Giovanni da Milano und Barnaba da Modena beeinflusst worden. Es handelt sich um das reichhaltigste und berühmteste Werk di Taddeos. Das Tryptichon zeigt im Mittelteil die Himmelfahrt Mariens. Gegliedert wird es durch vier Pfeiler mit den Bildnissen der Apostel. Neben dem Altar stehen zwei Skulpturen von Michelozzo, die Stärke und Gerechtigkeit bzw. Wissen und Glauben symbolisieren. Rechts vom Hochaltar, angelehnt an einen Pfeiler, die Figur des Heiligen Bartholomäus. In der ersten Kapelle links das Taufbecken und dahinter ein Altar von Andrea della Robbia.
 

 

Pal Comunale

 

 

 

 

Das Rathaus mit Mittelturm, entworfen von Michelozzo, erinnert mit seinen welfischen Zinnen an den Palazzo della Signoria in Florenz. Der Baubeginn reicht in das Jahr 1440 zurück. Das untere Geschoß ist mit unregelmäßigen Quadern errichtet, darin kleine rechteckige Fenster, während die oberen Stockwerke Rundbogenfenster haben. Vom Turm hat man bei klarem Wetter ein weiten Blick in alle Richtungen.


Auf der gegenüberliegenden Seite dann der Palazzo del Monte (heute Contucci). Er wurde, beginnend 1519 durch Antonio da Sangallo dem Älteren, für Kardinal Antonio Ciocchi Del Monte, den späteren Papst Julius III. gebaut. Der Kardinal ließ mehrere Gebäude abreißen, um Platz für seinen Palast zu bekommen.

 

Gegenüber dem Dom der Palazzo Nobil, heute Tarugi, der ebenfalls Antonio da Sangallo dem Älteren zugeschrieben wird. Die Loggia, heute zugemauert, folgt der Säulenordnung des unteren Teils. Die Fenster werden durch kurze Fensterbänke abgestützt und sind durch Rundgiebel überwölbt. Eindrucksvoll auch das Eingangsportal.

Der Brunnen mit den beiden Löwen, die das medicische Wappen halten, ist ebenso wie der am Pfarrhaus von San Biagio auf Sangallo zurückzuführen. Dahinter der Prätorenpalast, dessen Flanke an der Via Ricci aus dem 14. Jahrhundert stammt; damals war dies der Palast des Hauptmanns des Volkes.

In der Via Ricci dann links der Palazzo Ricci, ein Renaissance-Bau, der Baldassare Peruzzi (1487-1537) zugeschrieben wird. Gegenüber der Palast Neri-Orselli, der heute das Stadtmuseum beherbergt, dessen Besuch sicht lohnt. Geht man weiter, findet man links die Kapelle des Heiligen Antonius, auch Kapelle der Ritter des Heiligen Stephan genannt. Weiter unten der Palast Benincasa mit der Büste des Gastone die Medici über dem Portal. Dahinter, an einem Platz mit einer weiten Aussicht auf das Land die Kirche San Francesco, früher Santa Margeritha. Rechts die Reste einer Kanzel, von der es heißt, der Heilige Bernhard habe von hier gepredigt. Das einschiffige Innere ist nicht bedeutend.

 

 

Um die Stadtbesichtigung zu vervollständigen, sollte man auf jeden Fall zur Kirche Madonna di San Biagio (Sankt Blasius) hinuntergehen. Das Werk von Antonio di Francesco Giamberti, genannt Antonio da Sangallo der Ältere, wurde 1529 von Papst Clemens VII. geweiht. Die Kirche ragt einzeln aus der Landschaft hervor und wurde an Stelle einer Pfarrkirche errichtet, von der die Legende berichtet, dort habe es ein Bildnis der Jungfrau gegeben, das die Augen bewegt habe. Der Grundriss entspricht dem griechischen Kreuz mit vier Armen gleichen Länge, überwölbt von einer Kuppel. An den Südflügel ist eine runde Sakristei angebaut, an der gegenüberliegenden Seite zwei Türme, von denen einer unvollendet blieb. Die untere Säulenordnung ist dorisch, die obere wird mit einem Giebel abgeschlossen. Die Dekoration der Eingänge und Fenster ist schlicht. Die Kuppel erhebt sich wie eine schlanke und elegante Laterne mit ionischen Elementen. Im Innern die wuchtigen Rundbögen und darüber die Kuppel auf einem Kranz von Fenstern und Nischen, in die von außen das Licht dringt. Der Hauptaltar ist ein Werk von Albertini (1584), die Fresken werden Zuccari zugeschrieben. Der Kirche gegenüber liegt das hübsche Pfarrhaus mit Arkaden und Loggia.

 

San Biagio


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