Ungarn - Plattensee Mai 2004

 
 
  • Wien > Jarovce (Slowakei) Cunovo - Rajka
  • Halaszi - Dunaszeg - Györ (Ungarn)
  • Pannonhalma - Zirc - Veszprem - Balatonfüred
  • Balatonfüred - Badacsonytomaj - Gyenesdias
  • Heviz (Thermalbad) - Vasvar - Szombathely
  • Bucsu (Grenze) Schachendorf - Rechnitz
  • Lockenhaus - Oberpullendorf - Wien

rund 600 Kilometer

Geplant war eine kurze Ausfahrt in die niedere Tatra. Bei der Abfahrt von Wien war die Wetterstimmung eher trübe, na ja, was soll``s, für echte Biker ist das kein Problem.

Als wir die Grenze zur Slowakei bei Jarovce erreichten, schaute der Norden über Bratislava hinaus sehr finster drein. Der Entschluss wurde dann auch blitzartig gefasst, in den Südosten zu fahren.

Als Tagesziel war der Balaton auserkoren, da ich dort ein etwas schöneres Wetter vermutete. Von der Slowakei aus ist es nicht weit zur ungarischen Grenze, bei Rajka passierten wir die ehemalige "Ostblockgrenze", völlig unspektakulär. Ist ja schließlich eine neue EU Grenze, ein Ausweis oder Pass genügt.

Vor Györ bogen wir auf die Landstraße ab und fuhren entlang der Donau durch die  kleineren Dörfer. Auffallend ist die überaus rege Bautätigkeit, neue Stadtteile entstehen in unserem Nachbarland und unterscheiden sich sehr stark von der ehemaligen kommunistischen Baulinie.

Györ

Von Györ aus ging es in Richtung Süden nach Pannonhalma. Von weitem sieht man den Hügel mit dem aufgesetzten Kloster in der sonst so flachen Landschaft.

Pannonhalma

Die seit tausend Jahren auf dem Sankt-Martin-Berg stehende Abtei wurde als Welterbe anerkannt, sie stellt einen Wert dar, ohne den die Welt ärmer wäre.

Das Benediktinerkloster war Schauplatz von manchen wichtigen Geschichtsereignissen. Hier sammelte der Heilige König Stephan I sein Heer gegen den heidnischen Führer, dem aufständischen Koppány gegenüber, hier wurden Friedensverhandlungen unter Teilnahme eines Papstes geführt und 1078 wurde hier die Landesversammlung abgehalten.

Die Grundlagen der Sankt-Martin-Basilika waren vom Fürsten Géza gelegt worden und dann ließ sein Sohn Stephan I die Bauarbeit fortsetzen, Die Spuren von mehrmaligen Neu- und Umbauten sind an mehreren Stellen zu beobachten.

Durch die 1829 errichtete Neue Kirche kommt man in die Basilika. Die Apsis der dreischiffigen Kirche stammt aus der Árpáden-Zeit, genauso wie auch die Kapitelle und Schnitzarbeiten der tragenden Säulen im romanischen Stil. Die nördliche Sankt-Benedikt-Kapelle wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Von der südlichen Seite des Kirchenteils aus der Árpáden-Zeit führt ein Meisterwerk der Renaissance-Bildhauerkunst, die "Porta speciosa" (königliches Tor) in den mittelalterlichen Teil des Kloster über, wo man den in der Zeit von König Matthias errichteten Kreuzgang besichtigen kann. Vom Kreuzgang aus kommt man in das Archiv, wo unersetzliche, wertvolle Dokumente, unter anderen die erste in ungarischer Sprache abgefasste Urkunde und ein Freibrief von König Stephan I aufbewahrt werden.

Pannonhalma

 

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