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Geschichte
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Eierlegender Storchfuchshase?
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Das vielleicht größte Mysterium, welches sich
ums Osterfest rankt, ist die Frage, wie der Osterhase
eigentlich zum Ei kam und vor allem, wie er es geschafft
hat, seine zahlreichen tierischen Mitbewerber um diesen
Posten aus dem Rennen zu werfen. Denn noch im 17.
Jahrhundert musste der Osterhase mit den
"Hauptzustellungsgebieten" an Rhein, Neckar und Saar mit
einer Reihe von Konkurrenten ringen: So war in Holstein und
Sachsen der Hahn, im Elsass der Storch, in Hessen der Fuchs
und in der Schweiz der Kuckuck für die Ostergeschenke
zuständig. Nach dem zukunftsträchtigen Motto "wir werden der
weltweite Ei-Logistiker Nummer eins!" bugsierte jedoch
Meister Lampe seine tierischen Gefährten nach und nach aus
dem Rennen. Die Qualifikationen des Hasen für seine heutige,
marktbeherrschende Stellung sind vielfältig: So war er zum
einen das Lieblingstier der Liebesgöttin Aphrodite und
Begleiter der germanischen Erdgöttin Holda - auf den alten
Schöpfungsbildern findet sich das Sinnbild des Hasen als
Symbol des flüchtigen Menschenlebens oder als Symbol für die
Fruchtbarkeit. Andere ordnen den Hasen der germanischen
Frühlingsgöttin Eostrae als heiliges Tier zu und glauben so
zugleich den geheimnisumwitterten Ursprung des Wortes Ostern
gefunden zu haben. Eine ziemlich wilde Herleitung des
Zusammenhangs von Hase und Ei findet sich unter
http://www.lesetexte.de/archiv/erst_das_ei.htm:
"Die Hasen vertreiben im Frühjahr die
Vögel durch ihre Balzkämpfe, denn jedes Hasenmännchen möchte
gerne ein Hasenweibchen abbekommen. Die Vögel lassen bei der
Flucht ihre Eier zurück. Die Erwachsenen haben sich dann
immer mehr Geschichten zu den Hasen und den Eiern ausgedacht
und so kommt es, dass viele kleine Kinder bis heute glauben,
dass der Osterhase bunte Eier bringt."
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Dass
Osterhasen keine Eier legen, weiß inzwischen jedes Kind, dass sie
aber durchaus im Dunkeln grün leuchten können ist kein Märchen.
Während Gott am siebten Tage ruhte, schuf Eduardo Kac das
Leucht-Kaninchen. "Der achte Tag" heißt denn auch die Installation
des Künstlers in Phoenix, Arizona. Er hat ein "transgenes Ökosystem"
geschaffen, in dem man Tiere und Pflanzen u.a. beim Fluoreszieren
zugeschauen kann. Man kann sich außerdem via Internet von überall
auf der Welt über einen mit Kameras versehenen Bioroboter direkt in
dieses Ökosystem hineinversetzen und erleben, wie ebenfalls
neongrünleuchtende Amöben durch Zellteilung die Bewegungsabläufe des
Roboters regulieren.
Kac selbst nennt die für Fauna und Flora ungefährliche Prozedur - es
wird ihnen das Gen einer Tiefseequalle eingepflanzt - ein Schärfen
der Sinne für bereits überall um uns herum stattfindende
Genmanipulation. Ob Muffin, Baumwoll-T-Shirt oder Maisfeld: das
Eingreifen in das Erbgut unserer Mitlebewesen ist in vollem Gange
und längst allgegenwärtig, ein eierlegender Osterhase schlummert
womöglich schon in irgendeinem Reagenzglas. Längst werden transgene
Säugetiere für pharmazeutische Zwecke gezüchtet; über das Internet
kann sich jeder Interessierte bei amerikanische Genlabors
genmanipulierte Mäuse per Mausklick bestellen.
Kac selbst beschränkt sich erst einmal auf die Züchtung eines
transgenen Hundes, den er als Mitglied seiner Familie aufnehmen
will. Ein Beitrag, wie er sagt, zur Bereicherung der ausgedünnten
Artenvielfalt. So ist es womöglich nur noch eine Frage der Zeit,
wann wir uns einen zur Farbe unseres Autos passenden Hund anschaffen
werden? |